Landschaften voller Leben - Ein Biodiversitätsfonds Projekt

Mit dem Projekt „Landschaften voller Leben“ nutzen und bündeln 11 Naturparke aus 6 Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks.

 

Sie alle verfügen über Managements mit vielfältigen und langjährigen Erfahrungen im integrativen Naturschutz und planen die Umsetzung von 15 Vorhaben zum Schutz der Biodiversität und Förderung der Lebensraumvernetzung. Diese Maßnahmen werden auf insgesamt 62 Flächen (71,4 ha) wirksam. Die Maßnahmen zielen vor allem auf den Schutz gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume ab. In 7 Naturparken werden auf 33 Standorten (53,7 ha) Aktivitäten umgesetzt, wovon etwa der Hirsch- und Juchtenkäfer, Rote Apollo, Steinkrebs und Zwergohreule profitieren: Errichtung von Flusskrebssperren zum Schutz des Steinkrebses in den Naturparken Attersee-Traunsee und Ybbstal, Kopfweidenschnitt zum Schutz von Totholzbewohnern und Höhlenbrütern im Naturpark Leiser Berge, Pflanzen von Sommerlinden zum Schutz von Totholzbewohnern und Höhlenbrütern im Naturpark Leiser Berge, Maßnahmen zum Schutz der Schirmart Roter Apollofalter im Naturpark Nagelfluhkette, Revitalisierung, Neuanlage und Vernetzung von Streuobstwiesen zum Schutz gefährdeter Arten im Naturpark Rosalia-Kogelberg, Förderung des Biotopverbunds zum Schutz gefährdeter Schmetterlinge im Naturpark Weißbach, Schutz gefährdeter Arten auf der Streuobstwiese im Naturpark Wüste Mannersdorf. Zudem sind 8 Maßnahmen in 6 Naturparken geplant, welche die Wiederherstellung von geschädigten Ökosystemen betreffen. Hierzu zählen Teilflächen des Schremser Hochmoors im Naturpark Hochmoor Schrems, Renaturierung eines Davall Seggen-Niedermoors im Naturpark Rosalia-Kogelberg, Neopyhtenmanagement im Naturpark Ötztal, Wiederherstellung von Feuchtgebieten im Naturpark Raab, Renaturierung von Feuchtgebieten im Naturpark Rosalia-Kogelberg, Wiederherstellung von Habitaten in Feuchtgebieten im Naturpark Weinidylle, Naturschutzfachliche Beweidung eines Trockenrasens im Naturpark Leiser Berge, Renaturierung von Halbtrockenrasen samt Steilwänden im Naturpark Rosalia-Kogelberg.

 

Durch Einbeziehung externer Expert:innen, die dieses Projekt fachlich begleiten, werden der Erfahrungsaustausch über die Bundesländergrenzen hinweg gefördert und Synergieeffekte initiiert.

Maßnahmen im Naturpark Weißbach

Ziel im Naturpark Weißbach ist die Erhaltung gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume durch Verbesserung bestehender Habitate und die Schaffung von Trittsteinbiotopen, um die Distanz zwischen den Habitaten gering zu halten. Dies erfolgt insbesondere für Zielarten wie Roter und Schwarzer Apollo, Gelbringfalter, Flockenblumen-Würfelfalter, Segelfalter etc.

Dazu wird auf 4 Flächen geschwendet, Waldrebe & Neophyten entfernt und ein strukturreicher Waldsaum geschaffen.

Dieses Vorhaben trägt zur Lebensraumvernetzung bei, da der Artenaustausch zwischen Habitaten erleichtert und die Isolationen von Biotopen verhindert wird.

 

Im Naturpark Weißbach werden auf vier Flächen folgende Maßnahmen umgesetzt zum Erhalt und der Verbesserung von Lebensräumen (Gefährdung durch Verbuschung und Überwucherung durch Waldrebe und Neophyten (insbesondere Drüsiges Springkraut) sowie der Isolation von Habitaten und fehlenden Saumstrukturen) für Tagfalter, darunter auch Rote Listen Arten wie der Rote Apollo, oder auch der Gelbringfalter (Kartierung im Auftrag der BAYSF: Dr. C. Stettmer 2022). 

  • Fläche Grasenberg, Fläche der Saalforste und Waldsaum, Rupert Hohenwarter. Entfernung von Springkraut und Waldrebe sowie Schaffung eines strukturreichen Waldrandes
  • Schusterbichl und Fläche zwischen Barfußweg u Straße zum Weberbauern, ÖBf: schwenden
  • Hochstadl Leitn, Gschossbauer: schwenden

Hervorzuheben ist der Segelfalter: er wird im Land Salzburg als vom Aussterben bedrohte Art geführt. Das Saalachtal, mit seinen xerothermen, sonnenexponierten Felshängen, stellt eine der letzten Rückzugsgebiete dieser stark gefährdeten, wärmeliebenden Art dar. Die Region bietet noch geeignete Bedingungen für die Larvalentwicklung, insbesondere durch das Vorkommen geeigneter Futterpflanzen und ein günstiges Mikroklima..

 

Die Fachliche Anleitung erfolgte durch Dr. Christian Stettmer, welcher durch die Kartierung 2022 bereits mit dem Naturpark vertraut ist. Gesamt werden hier auf rund 12 ha ca. 48.000€ gefördert, welche direkt in die Umsetzungsmaßnahmen auf der Fläche fließen sowie in die Fachbegleitung zur Durchführung. Gefördert wird das Projekt durch den Biodiversitätsfonds.

 

Ein herzliches Dankeschön an den Verband der Naturpark Österreich für die Gesamtkoordination!

Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft