Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken

-

Ein Biodiversitätsfonds Projekt

 

Mit dem Projekt „Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken“ nutzen und bündeln 7 Naturparke aus 4 Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks.

 

Im Zuge dieses Projektes sollen auf insgesamt 165 Hektar Fläche, verteilt auf die 12 Naturpark Gemeinden, Maßnahmen zur Wiederherstellung von Lebensräumen umgesetzt werden.
Dabei sollen prioritäre, beeinträchtigte Ökosysteme wie Moore, Feuchtgebiete, Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Magerwiesen renaturieren werden, um ihre ökologische Funktion zu stärken.

Zahlreiche dieser Lebensräume sind für seltene Tier- und Pflanzenarten von großer Bedeutung, gleichzeitig sind sie jedoch durch menschliche Eingriffe oder die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten gefährdet.

Im Naturpark Weißbach:

Vernetzung von Lebensräumen für das geschützte Haselhuhn

 

Das Haselhuhn (Tetrastes bonasia) gehört zu den Raufußhühnern und ist in Österreich auf der Roten Liste der Brutvögel zu finden. Zudem ist es gesetzlich geschützt und ganzjährig geschont. Als sogenannte Schirmart steht es stellvertretend für viele andere Tier- und Pflanzenarten, die ähnliche Lebensräume benötigen. Wo geeignete Bedingungen für das Haselhuhn bestehen, profitieren daher auch zahlreiche weitere Arten der Waldlebensgemeinschaft. Dennoch sind die Bestände des Haselhuhns in vielen Regionen rückläufig.

Zu den wichtigsten Gefährdungsursachen zählen unter anderem intensive Waldbewirtschaftung, Klimawandel, Störungen, Landnutzungsänderungen sowie das Verschwinden geeigneter Lebensräume. Ein zentrales Problem ist zudem die fehlende Vernetzung zwischen bestehenden Habitaten. Viele geeignete Lebensräume liegen isoliert voneinander, wodurch der Austausch zwischen Populationen erschwert wird.

Das Projekt setzt genau hier an und verfolgt das Ziel, Lebensräume für das Haselhuhn zu erhalten und miteinander zu vernetzen. Grundlage dafür bildet ein bestehendes Lebensraummodell, dass potenziell geeignete Habitate identifiziert. Diese werden zusätzlich bioakustisch überprüft, um das tatsächliche Vorkommen der Art festzustellen und Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie den größten Nutzen bringen.

Ein zentrales Element des Projekts ist die Schaffung von sogenannten Trittsteinbiotopen. Diese dienen als verbindende Elemente zwischen bestehenden Lebensräumen und erleichtern dem Haselhuhn die Ausbreitung. Durch verschiedene Umsetzungsmaßnahmen im Wald sollen bestehende Habitate aufgewertet und neue Verbindungskorridore geschaffen werden.

Langfristig soll dadurch die Distanz zwischen geeigneten Lebensräumen verringert werden. Eine bessere Vernetzung ermöglicht den Austausch zwischen Populationen und fördert den genetischen Austausch, was entscheidend für stabile und widerstandsfähige Bestände ist.

Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensraumvernetzung in der Kulturlandschaft. Ein entscheidender Schritt zum langfristigen Schutz des Haselhuhns und vieler weiterer Waldarten.

 

Wichtige Eckdaten

 

  • Projektträger: Verband der Naturparke Österreichs 
  • Laufzeit: 2026–2028
  • Budget: € 349.993,–
  • Fachliche Begleitung: E. C. O. – Institut für Ökologie
  • Förderung: Biodiversitätsfonds des BMLUK

 

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.